Montag, 20. März 2017

Namibia Teil 12 - Fahrt durch Etosha auf eigene Faust - und viele Tiere

Moro Moro, ihr lieben Mitreisenden!


In meinem vorigen Reiseberichts-Kapitel zeigte ich euch zahlreiche Löwen-Action-Fotos -
und ich freue mich sehr, dass sie euch ebenso gut gefielen wie uns! An unserem dritten Etosha-
Tag sahen wir die fünf wehrhaften Löwenmädels übrigens wieder, weiter unten gibt's Bilder
von ihnen.




A short English summary of this post:
On our third day in Etosha, we crossed the national park from one end to the other. This time we 
were on the road without a guide and in our rental car - luckily we were able to see and take photos 
of many animals again! Our next lodging was just 10 km from the eastern "Lindequist-Gate": 
the beautiful Mushara Lodge - a very special place again!
Hugs, Traude


 


Tag 3 begann zeitig am Morgen - wir hatten eine lange Fahrt quer durch den Nationalpark vor uns
und standen daher gemeinsam mit der Sonne auf. Nach dem Frühstück nahmen wir Abschied von
der Etosha Safari Lodge. (Ihr seht oben übrigens ein Bild vom Hauptgebäude, auf dessen Terrasse
das Frühstück serviert wurde.) Leider vergaß ich diesmal, die Kleider zu fotografieren, die ich für die
Zimmermädchen zurückließ - wenn ich mich nicht irre, waren es an diesem Tag die beiden hauch-
dünnen Spitzenkleider, die ich HIER getragen hatte.

Die kleinen Kinder, die ihr auf der oberen Collage seht, sind Himba-Kinder, deren Eltern vor dem
Etosha-Eingang handwerkliche Waren feilboten. Aufgrund unserer diesbezüglichen Erfahrungen
hatten wir aber keine Lust, den Verkaufsstand zu besuchen ... 😉

 


Am ersten Etosha-Tag hatten wir ganz viele Elefanten gesehen, am zweiten Tag u.a. jede
Menge Löwen - natürlich waren wir voller Neugierde, ob wir am dritten Tag, wenn wir ganz
ohne Guide unterwegs sein würden, ebenfalls solch ein Fotosafari-Glück haben würden.


Leider wurde der Babyelefant von dem Gestrüpp verdeckt.


Gleich mal vorweg, wir sahen zahlreiche Tiere, eine bunte Mischung von Antilopen, Löwen,
Elefanten, Hörnchen, Vögeln, Schakalen, Giraffen etc. Dennoch gestaltete sich das Fotografieren
aus unserem Leihwagen schwieriger als aus dem Jeep, denn entweder mussten wir die Fenster
herunterlassen oder durch die Scheiben "knipsen".

Eine/r von uns saß am Steuer und der oder die andere hantierte (wegen der unterschiedlichen
Objektive) mit zwei Kameras. Zu Beginn war Edi der Fahrer und ich fotografierte, etwa ab der Hälfte
der Strecke tauschten wir. Wenn wir bei Wasserlöchern oder größeren Tierherden etwas länger stehen
blieben, griffen wir jedoch wieder beide zur Kamera.
  



Hier oben seht ihr sie schon, "unsere" Löwenmädels! Diesmal waren sie absolut friedlich. Nun, 
es war ja auch kein aufdringlicher Löwenkerl in der Nähe 😉...  Wenngleich die fünf an diesem 
Tag nur dösten, freuten wir uns ungemein über die Wiederbegegnung, schließlich zählen diese 
Löwinnen zu den "Oscar-reifen Hauptdarstellerinnen" in unserer höchstpersönlichen Etosha-
Geschichte.



Die schönen Oryxantilopen (unten) mit ihrer markanten Gesichtszeichnung und den spießartigen 
Hörnern habt ihr in meinem Reisebericht inzwischen schon mehrmals gesehen, Springböcke 
ebenfalls - noch nicht gezeigt habe ich euch bisher jedoch die entzückenden kleinen Steinböckchen
die gern reglos neben Bäumen oder Büschen sitzen oder stehen und deshalb leicht zu übersehen 
sind.


 


 Mit ihren großen Ohren, den lang-bewimperten dunklen Augen, dem kurzen Näschen und der 
geringen Körpergröße von höchsten einem halben Meter kann man kaum anders als sie umwerfend 
süß zu finden... und am liebsten würde man sie streicheln. (Was aber natürlich ein absolutes No-Go 
ist - die Tiere in Etosha sind erstens Wildtiere und zweitens ist das Aussteigen aus den Fahrzeugen 
sowieso nur an einigen wenigen gekennzeichneten Orten erlaubt. Und das Berühren von Tieren
zu Recht strengstens verboten. Aber der "Beschützer-Instinkt", der Kuschel-Trieb, das "Hach-
wie-Putzig", das Berührungs-Bedürfnis ist unweigerlich vorhanden, jedenfalls bei mir 😉😍)




Gnus -  egal ob sie nun stehen und äsen oder liegen und verdauen, egal ob sie schon älter sind
oder noch Jungtiere - lösen selten diese vom Kindchenschema verursachten Bedürfnisse aus.
Sie sind wahrlich seltsam aussehende Tiere - und HIER habe ich euch die alte afrikanische 
Geschichte erzählt, weshalb die Körper der Gnus so sonderbar zusammengewürfelt wirken.
Einer Streifengnu-Herde in freier Wildbahn zu begegnen hat dennoch einen besonderen Reiz -
diese großen Kuhantilopen wirken ähnlich mächtig wie die Bisons, die wir in den USA 
gesehen haben - KLICK.




Bei dem Wasserloch, das ihr oben und unten seht, gab's außer den Streifengnus im Vordergrund 
wieder eine große Tier-Vielfalt zu beobachten, Elefanten, Oryxe, Springböcke, jede Menge
Vögel ... Und wie uns schon an den beiden Vortagen aufgefallen ist, scheinen Elefanten, wenn
sie einander begegnen, stets einen "Plausch" miteinander zu halten:




Hier seht ihr eine weitere solche Elefantenbegegnung. Man hat den Eindruck, die beiden
freuen sich richtig über dieses Zusammentreffen:




Es ist mir unbegreiflich, dass diese wunderbaren und sozialen Lebewesen von manchen
"Menschen" nur als Dinge, als Elfenbeinlieferanten, als Hautlieferanten, als Geldquelle... 
betrachtet werden - als etwas, das man ungeniert abschlachten und ausrotten kann... *) Aber
ich glaube, ich werde jenen irregeleiteten Teil der Menschheit, der sich als "Krone der 
Schöpfung" betrachtet oder Geld über alles andere stellt, sowieso niemals verstehen können.

*) Unten gibt es wieder eine Petition zur Beendigung des Elfenbeinhandels - diesmal an EU-Umweltkommissar 
Karmenu Vella und alle europäischen Regierungen! Und es gibt auch endlich mal eine Erfolgsmeldung, die den
Kampf gegen den Elfenbeinhandel betrifft.




Wie vorhin erwähnt, gibt es im Etosha Nationalpark nur einige wenige Plätze, wo es erlaubt ist, aus
dem Wagen auszusteigen. Die meisten von ihnen liegen in der Nähe von Wasserlöchern (wobei man 
längst nicht bei allen Wasserlöchern aussteigen darf!). Übrigens befinden sich zwischen Mensch und
Wasserloch für gewöhnlich Zäune, damit selbst die dümmsten Vertreter unserer Spezies begreifen, 
dass sie zu den Tieren einen Respektabstand halten sollen - entweder zum Schutz der Tiere oder 
auch, um selbst nicht in Gefahr zu geraten. Die Besucher, die wir in Etosha trafen, hielten sich alle
vorbildlich an die Regeln, aber man hört oder liest immer wieder von Touristen, die glauben, dass 
die Vorschriften nur für andere gelten und nicht für sie...




Hier nützten wir eine der Ausstiegstellen für ein kleines "Rostrosen-Shooting", wobei sich sowohl
Herr als auch Frau Rostrose jeweils mit dem großen Objektiv präsentierten: Einerseits, weil das
natürlich um einiges mehr hermacht, andererseits, weil man mit dem Alltagsobjektiv nicht so weit
weggehen muss, um den anderen fotografieren zu können 😉... An diesem Tag trug ich das bunte,
rückenfreie Shirt zum letzten Mal bevor ich es weggab - diesmal mit einem braunen T-Shirt
darunter und zur beige-braunen Safari-Hose.




On the road again - immer wieder sahen wir größere und kleinere Zebraherden. Die Zebras, die
uns im Etosha Nationalpark begegneten, waren übrigens allesamt Steppenzebras - wir erkannten
das unter anderem an ihrer Zeichnung: Zwischen den schwarzen Streifen haben sie - jedenfalls im
Rückenbereich - auch immer einen hellgrauen Streifen ... im Gegensatz zu den ebenfalls in Etosha
lebenden (aber selteneren und uns nicht vor die Linse gekommenen) Hartmann-Bergzebras, die
ihr euch HIER ansehen könnt.

Eins der Jungtiere (nächste Collage rechts) fiel uns besonders auf, weil es dunkler war als alle
anderen und das Fell auch etwas länger aussah. Leider weiß ich nicht, ob das daran liegt, dass dieses
Tier einfach noch ganz besonders jung war und sich die langen, dunklen Haare im Lauf der Tage
verlieren oder ob es sich hier um etwas "Ungewöhnliches" handelt. Das andere Zebrafohlen
(nächste Collage links) war jedenfalls genauso gezeichnet wie seine Artgenossen... Da hätten
wir gern einen erfahrenen Guide wie Lista dabei gehabt, der uns diese Frage bestimmt beantwortet
hätte.




Wenn wir schon bei Zebras sind: Viele von euch kennen bestimmt das Abbey-Road- 
Plattencover der Beatles, wo alle vier einen Schutzweg überqueren. Bei unserem lustigen Blogger-
treffen in Hamburg stellten (von links nach rechts) Bärbel, Sabine, Ines und ich diese berühmte 
Szene auf einem Zebrastreifen beim Chilehaus nach. (Mehr von diesem tollen Bloggertreffen 
im Herbst 2015 HIER.) 

Und sieh mal einer an - auch Zebras haben, wie es aussieht, ab und zu das Bedürfnis zu solchem 
Unfug, denn in Etosha begegneten uns diese vier Streifenpferde, die das Foto auf dem Plattencover 
ebenfalls kopierten - in ihrem Fall natürlich mit "integriertem" Zebrastreifen, ist ja klar 😉😀😍😚


Beatles-Foto von HIER, alle anderen von den Rostrosen


Woran man wieder erkennt, die Abbey Road kann überall sein - in London, in Hamburg
oder auch in Etosha...

In der nächsen Collage zeige ich euch noch, dass wir längst nicht immer auf das große Objektiv
zugreifen mussten, wenn wir Nahaufnahmen von Tieren machen wollten - manchmal kamen sie
 uns ohnehin ganz nah. So wie dieser Elefant, der gemütlich neben der Fahrbahn entlangspazierte.
Ich war zu diesem Zeitpunkt gerade die Fahrerin (ihr wisst schon, Linksverkehr in Namibia, daher
sitze ich auf der rechten Seite ...) und bat Edi, auch ein Stück von mir mitzufotografieren, damit
 man sieht, wie nah der Elefant an uns dran war. Und so sind wir hier nun also quasi "Nase an
Nase", der graue Dickhäuter und ich 😉...




Und mit den folgenden Bildern verabschiede ich mich von unseren drei atemberaubenden
Tagen im Etosha Nationalpark. Sie werden uns unvergesslich bleiben, davon bin ich überzeugt.
Ein paar Tiere haben wir leider nicht gesehen - z.B. die niedlichen Erdmännchen oder auch die
großartigen, aber so seltenen Leoparden und Geparden. (Lista, unser Guide vom 2. Tag, erzählte
uns, dass er nur ein-, zweimal im Monat Leoparden oder Geparden zu sehen kriegt - und er ist
immerhin fast täglich in Etosha unterwegs!) Ich hoffe, dass wir eines schönen Tages wieder 
nach Namibia kommen werden - und vielleicht auch einen weiteren Besuch in Etosha schaffen. 
Und wer weiß, möglicherweise sehen wir dann ja auch jene Tiere, die sich uns diesmal nicht 
zeigen wollten... *)

*) Was die Geparden betrifft, konnten wir zwei Tage später allerdings bereits etwas 
"nachholen" 😉 - mehr darüber in meinem nächsten Reisebericht!




Unsere nächste Unterkunft - im Mushara Outpost (nur etwa 10 km vom Von-Lindequist-Tor des
Etosha Nationalparks entfernt) - war wieder etwas ganz und gar Besonderes - abermals ein Quartier,
 wie wir zuvor noch keines gehabt hatten. Schon die allererste "Begrüßung" war ungewöhnlich -
zunächst konnten wir das Geräusch nämlich nicht einordnen (in Wikipedia wird es als ein lautes
abgehacktes Wuk-Wuk-Wuk beschrieben)...

...bis wir auf den Boden sahen und einen seltsam "rufenden" grauen Vogel  mit auffallendem
Schnabel erblickten - einen Gelbschnabeltokko (in Namibia auch "Flying Banana" genannt 😉).
Aus dem Ring am Bein des Vogels schließen wir, dass der Tokko quasi zur Mushara Lodge "gehört".
Als nächstes begegnete uns ein Specht und dann kamen Tiere auf die Wiese, die es angeblich auch
im Etosha Nationalpark zu sehen gegeben hätte, die sich dort aber erfolgreich vor uns versteckt
haben. Welch ein Glück, dass die Mushara-Outpost-Warzenschweine weniger scheu waren und
sich beim genüsslichen Fressen fotografieren ließen. (Man beachte dabei die interessante Haltung
ihrer Vorderbeine!)




Ebenso beeindruckt waren wir von der Mushara-Lobby, die mit viel Stil, Geschmack und
tollen Deko-Details eingerichtet ist. Ganz besonders spannend fanden wir übrigens die großen
Schwarzweißfotos an den Wänden, die z.B. eine durch Giraffenbeine hindurch fotografierte
andere Giraffe, die Schattenrisse von aus der Luft aufgenommenen Zebras etc. darstellen. Manche
der Bilder - wie z.B. auch das von einer trinkenden Giraffe - müssen wohl auf dem Bauch liegend
aufgenommen worden sein - eine Möglichkeit, die uns als "normalen" Touristen verwehrt
blieb... (Ihr könnt euch einige der Aufnahmen, die wir kurzerhand abfotografiert haben, in
den folgenden Collagen ansehen.)


Das Tierchen rechts ist eine Zwergantilope, die dort auch rumlief - ev. ein Damara-Dikdik, aber da sind wir uns nicht ganz sicher...


Zur Begrüßung bot man uns ein köstliches Küchlein (siehe oben) und Kaffee an, und dann
erklärte uns die Rezeptionistin, dass unser Zelt bereit sei. Moment mal - hatte sie eben ZELT
gesagt?!? Hilfe, wir wollten nicht in einem Zelt in der Wildnis schlafen, wir hatten schließlich
für Appartments, Zimmer oder Rundhütten bezahlt! Zum Glück blieben wir cool, sagten nichts
und warteten erstmal ab, ob wir uns nicht verhört hatten.

Nun, wir hatten uns nicht verhört - uns wurde tatsächlich ein "Zelt" zugewiesen - aber zugleich
mussten wir alles vergessen, was wir jemals über solche "Camping-Schafplätze" gehört, gelesen,
erfahren und gedacht hatten, denn bei den Mushara-Outpost-Zelten handelt sich um echte
Luxus-"Häuser".




In der oberen Collage könnt ihr unser "Zelt" links unten klein von außen sehen
und im großen Bild einen Teil des Innenlebens, nämlich das schöne, geräumige Bett. Hier ein
paar Ausschnitte aus der Beschreibung: "Jedes Zelt befindet sich auf einer 1,5 m hohen hölzernen
Plattform, die einen sehr guten Blick auf die Buschlandschaft ermöglicht. Der Eingang ins Zelt ist
eine große Glasschiebetür. Alle Fenster und Türen sind mit Fliegengitter geschützt. Glasfenster
vom Boden bis zur Decke sorgen nachts für gute Ventilation. An heißen Nachmittagen sorgt die
Klimaanlage für komfortable Kühle. Neben dem offenen Badezimmer mit Decke und zwei großen
Fenstern gibt es eine separate Toilette. Die Duschkabine ist komplett aus Glas, und es ist Ihnen
überlassen, wie weit Sie die Segeltuchwand öffnen möchten, um Ihr Dusch-Erlebnis durch einen
freien Blick in die Natur zu erweitern."

Solch ein Dusch-Erlebnis gönnten wir uns dann auch gleich, um uns fürs Abendessen frisch zu
machen, und hier seht ihr, welchen Mix ich aus den noch übrigen Garderobe-Teilen für diesen 
Abend zusammenstellte:




Hier unten ein Blick auf das abendliche Menü - mir läuft heute noch das Wasser
im Mund zusammen, wenn ich daran zurückdenke. Generell war das Essen in Namibia
sehr nach unserem Geschmack und zumeist außerordentich gut zubereitet. (Auch das
also ein Grund, um in dieses schöne Land zurückzukehren 😉...)




Ihr merkt schon, zu diesem Zeitpunkt machte sich bereits eine gewisse Wehmut bemerkbar,
weil der Urlaub spürbar seinem Ende entgegenging. Aber zwei Tage in Namibia waren
 uns ja noch vergönnt - und anschließend auch noch ein Drei-Tages-Abstecher nach Kapstadt.
Und wir haben sowohl hier wie auch dort noch einiges sehr Interessantes unternommen und
noch ein paar bemerkenswerte Tier-Begegnungen gehabt. Es bleibt also spannend - ich hoffe
daher, ihr seid auch bei den weiteren Kapiteln meines Reiseberichtes wieder dabei!



Auch dieses Posting verlinke ich (u.a. wegen der nachhaltig genutzten Reisekleidung und der 
erhaltenswerten Natur) bei ANL. Danke übrigens für eure bisherigen tollen Verlinkungen dort -
und ich freu' mich schon sehr auf eure weiteren achtsamen, nachhaltigen, die Lebensqualität
auf der Erde verbessernden Beiträge! 
Bis zum Abend des 1. April habt ihr dazu noch Gelegenheit!!!

Ich verlinke diesen Beitrag außerdem bei Sunnys 
Um Kopf und Kragen sowie bei ihrem Schmuckkistl, bei Tinas Freitagsoutfit und bei
Sabines Aktion Outfit des Monats ... Und mit dem Rot des Sonnenaufgangs mische ich auch 
wieder bei Juttas Aktion Ich sehe rot mit!


Fotos: Herr und Frau Rostrose
Alles Liebe von eurer reiselustigen
Traude



Hier könnt ihr unterschreiben und unterstützen:
  • Elefanten sind unfassbare Tiere: Sie helfen sich gegenseitig in Notlagen, können den Tod begreifen und um verstorbene Artgenossen trauern. Doch wenn die Wilderei so weitergeht, könnten die Elefanten bald vom Erdboden verschwinden. Es ist so schlimm, dass einige Tiere mittlerweile ohne Stoßzähne geboren werden - ein erstaunlicher letzter Versuch der Evolution, die menschliche Grausamkeit zu überleben. Zeit also, dass wir die Schließung der europäischen Märkte und ein Ende des gesamten Elfenbeinhandels fordern. In Europa wird das gerade diskutiert. Wenn wir jetzt nichts tun, könnten die Nutznießer des Elfenbeinhandels ihren Willen durchsetzen und das blutige Geschäft fortführen. Hier geht es zu einer Petition an EU-Umweltkommissar Karmenu Vella und alle europäischen Regierungen: 
Unterzeichnet bitte, um den Elfenbeinhandel zu beenden
Foto via


  • Hier mal eine WWF-Erfolgsmeldung, die den Kampf gegen den Elfenbeinschmuggel betrifft: Boniface Matthew Maliango ist einer der schlimmsten Elfenbeinschmuggler. Laut lokaler Naturschutzorganisationen ließ er als Kopf mehrerer Wilderei-Syndikate tausende Elefanten wegen ihres Elfenbeins töten. „Shetani“ – der Teufel, wie er auch genannt wird - war gerade dabei, 118 Stoßzähne zu schmuggeln, als er gefasst wurde. Jetzt hat ihn ein Gericht in Tansania zu zwölf Jahren Haft verurteilt. (Anm. d. Rostrose: Möge ihn dort eine noch gerechtere Strafe ereilen, auf dass es ihm nie mehr möglich sein kann, weiter zu wildern oder andere damit zu beauftragen.) 

Boniface Matthew Maliango hinter Gittern © Terra Mater Factual Studios
Foto via

  • Und noch in weiteren Fällen gelang ein massiver Schlag gegen die Wildtiermafia:  Sowohl in Afrika als auch in Asien wurden innerhalb weniger Tage Unmengen von Elfenbein und Nashorn-Hörnern konfisziert. Mehr darüber HIER. Doch trotz des Erfolges schmerzt es mich, all die vielen Stoßzähne und Hörner zu sehen - vor kurzem noch lebten die Tiere, denen diese "Teile" gehörten, ... waren Teil dieser Welt, waren die Chance auf Nachwuchs, waren wertvolle Lebewesen und ein wunderschöner Anblick in der freien Natur ... und dann wurden sie aus bloßer Gier ermordet... Der Gedanke ist herzzerreißend. HIER könnt ihr den WWF beim weltweiten Kampf gegen die Wilderei unterstützen.
Foto via


  • Liberia beheimatet fast die Hälfte der verbliebenen, unglaublich artenreichen Regenwälder Westafrikas. Die Firma Golden Veroleum Liberia besitzt Konzessionen über hunderttausende Hektar Land, um Palmölplantagen anzulegen. Jetzt beantragt sie eine Lizenz, die den Verkauf des dabei geschlagenen Holzes erlaubt. Umweltschützer fordern, den Export von Holz aus solchen Konzessionen zu verhindern. Sonst drohe die Zerstörung der Regenwälder. Zur Petition geht's HIER!
Ein Schimpanse in Liberia
Foto via

  • Um praktisch dasselbe Thema geht es in der Petition, die Falk Gembus bei ANL verlinkt hat - die EU schließt mit Liberia einen Vertrag über den Holzimport. Dabei warnen Umweltschützer, dass alle bestehenden Rodungskonzessionen illegal sind. Der artenreiche Upper Guinean Rainforest ist bedroht. Die EU darf nicht zulassen, dass illegal geschlagenes Holz importiert wird. Bitte unterschreibt auch DIESE Petition!


Klicks zu den einzelnen Kapiteln des Reiseberichtes (wird regelmäßig aktualisiert):
Einleitung - Out of Africa
Namibia Teil 2 - Kalahari-Sundowner
Namibia Teil 3 - Von der Kalahari in die Namib  
Namibia Teil 4 - Die Dünen beim Sossusvlei und Deadvlei
Namibia Teil 5 - Solitaire und Swakopmund 




Dienstag, 14. März 2017

ANL #15 - Veggie-Rezept und grün-braun-gelbe Mini-Capsule

Servus, ihr Lieben!
♥♥♥♥♥♥


A short English summary of this post:
Today I present you a recipe for a vegetarian mangold-noodle-casserole
which is even liked by my "carnivore husband". I hope that the translation 
of the recipe with Google Translate is understandable! In addition, 
you can see some outfit photos of me in mangold-&-noodle-colors ;o)
Hugs, Traude



   ♥♥♥♥♥♥


Wunderbar, dass ihr mich auch beim dritten ANL dieses Jahres besucht! Heute möchte ich euch 
endlich wieder mal ein vegetarisches Rezept *) anbieten. Und zusätzlich zum Rezept gibt es auch 
wieder eine kleine frühlingshafte Capsule Wardrobe anzuschauen, die sich ein bisserl an den in der
Speise vorkommenden Farben - Mangoldgrün, Räuchertofubraun, Nudelgelb und Käsegelb 😉 -
orientiert.


Das Tunikashirt habt ihr erst unlängst HIER gesehen, darunter ein Langarmshirt aus Bio-Seide, eine grüne 
Bio-Samthose - zu groß geworden oder Boyfriend-Look, haha, auf alle Fälle schön bequem und frühlingsgrün 😉 - 
dunkelbraune Kaschmirsocken und meine alte braune Cape-Jacke vom Kaffeeröster.
 ♥♥♥♥♥♥


*) Ihr wisst ja inzwischen schon (aus meinen früheren Postings oder z.B. von HIER oder HIER
oder weil ihr's sowieso schon vorher gewusst habt), dass vegetarische oder vegane Ernährung besser
für den Planeten ist als fleischliche - und selbst wenn aus uns Rostrosen in diesem Leben wohl keine 
"eingefleischten Vollblut-Vegetarier" mehr werden, bemühen wir uns doch immer wieder, fleischlose 
Gerichte in unsere Alltagsküche einzubauen.

Der heutige Auflauf wurde übrigens teilweise auch noch aus Resten hergestellt - und Resteverwertung
ist natürlich ebenfalls viel besser für die Welt als das Wegwerfen von Lebensmitteln. (Wobei ich es
sowieso noch nie verstanden habe, warum Menschen unverdorbenes Essen in den Müll werfen. Mein
Vater war schon ein begeisterter Restekoch - und auch meinem Mann und mir bereitet es Spaß, aus
unseren Küchenresten etwas Neues, Kreatives, Leckeres zu zaubern - egal ob Suppe, Auflauf oder
Restl-Gröstl ...)


Hier nochmal die Hose von oben, dazu meine mit Serviettentechnik selbst gestalteten Schuhe, ein kurzes 
Langarmkleid von Des*gual, darüber mein Wolfsshirt und eine grüne Wolljacke.


Das Rezept, das ich euch heute vorstelle, ist für einen Mangold-Nudel-Auflauf. Wer möchte,
kann den Auflauf auch mit Blattspinat - oder sobald sie austreiben mit Brennnesseln - zubereiten.
Da mein Mann "echten" Spinat nicht ausstehen kann (bzw. ihm davon übel wird), ihm Mangold aber
durchaus "unter die Nase geht", bereite ich den Auflauf gerne mit dieser gesunden Alternative zu.
 
Ich hatte auch noch Reste von geräuchertem Tofu, der wurde von mir ebenfalls hineingeschnitten,
und weil sowohl Herr Rostrose als auch ich gern getrocknete, in Olivenöl eingelegte Tomaten
mögen, kamen diese ebenfalls in den Mix, denn sie haben einen feinen, pikanten Geschmack. Doch
wie bei all meinen Rezepten könnt ihr natürlich auch diesmal wieder variieren, Zutaten, die euch
nicht schmecken, einfach weglassen oder durch andere ersetzen und eure eigene Phantasie spielen
lassen bzw. eure eigenen Reste verwerten! (Z.B. passen auch Pilze sehr gut in diesen Auflauf...)





So, nun aber genug gequatscht - hier kommt mein Rezept für den vegetarischen

Mangold-Nudel-Auflauf


♥♥♥♥♥♥


Zutaten für 4 Portionen:

500 g Nudeln
(in unserem Fall waren das Bio-Hirse-Spiralen und einige Vollkorn-Penne-Reste)
ca. 500 g Mangold
(in unserem Fall - wie auch das andere Gemüse - aus dem Bio-Hofladen)
1-2 Zwiebeln
(wir haben rote genommen)
2-3 Knoblauchzehen
4-6 getrocknete Tomaten in Olivenöl
ca. 100 g Räuchertofu
(z.B. Mandel-Sesam von Taifun)
2 Eier
(in unserem Fall - wie immer - Bio-Freiland-Eier, die wir beim Einkauf
in einem mitgebrachten, immer wieder verwendeten Eierkarton verpackt haben)
250 g Sauerrahm = Schmand
(in unserem Fall Bio im Mehrwegglas aus dem Hofladen)
Olivenöl zum Anbraten und für die Auflaufform
30-50 g Käse
(am praktischsten ist hier geriebener Käse, wir hatten aber noch Reste von einem
geräucherten Scheibenkäse, die mussten weg 😉)
Salz (ev. Kräutersalz)
Pfeffer
Muskat




Den geputzten Mangold in mundgerechte Streifen schneiden, in kochendem Salzwasser
8-10 Minuten garen und abgießen. Die Nudeln nach Packungsanleitung in Salzwasser al dente
kochen. (Wer möchte, kann die Nudeln und den Mangold auch gemeinsam kochen, die Garzeit
ist ungefähr gleich.)

Zwiebel und Knoblauch klein-würfelig schneiden, getrocknete Tomaten
und Tofu ebenfalls zerkleinern. Backrohr auf ca. 200 Grad vorheizen.

Öl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel und Knoblauch darin anrösten, dann die getrockneten
Tomaten und den Tofu dazugeben und ca. eine Minute weiter rösten.

Die Nudeln und den Mangold abgießen, gut abtropfen lassen und in der Pfanne
mit den übrigen Zutaten gut vermischen. (Die Kochplatte kann da schon abgedreht sein.) Eine
passende Auflaufform ausfetten, die Nudel-Mangold-Mischung einfüllen. Die Eier mit dem
Sauerrahm versprudeln, kräftig mit Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und einer dezenten Prise
 Muskat würzen und diese Mischung über die Nudeln in der Auflaufform gießen.

Dann alles noch mit Käse belegen oder bestreuen und ca. 20 Minuten
bei 200 Grad im Rohr überbacken. 

Guten Appetit!

♥♥♥♥♥♥


So, und hier geht's nun noch kurz mit meiner grün-braun-gelben Capsule weiter. Die einzelnen 
Kleidungsstücke kennt ihr übrigens alle bereits ein paar Jahre lang, ich habe sie euch schon 
mehrmals in meinem Blog gezeigt. Diese Kleidung wird also wirklich getragen, bis es nicht 
mehr geht - und einfach immer wieder neu kombiniert, damit's mir nicht langweilig wird...


Das Tunikashirt von oben, darunter ein grünes Rippenshirt, darüber mein Glasperlen-besticktes Top, dazu mein guter alter 
brauner Stufenrock und braune Leggings mit einem dezenten Leomuster. Die taupefarbigen Stiefletten, die ihr aus früheren
 Posts schon gut kennt, habe ich hier mal weggelassen, so könnt ihr die Leggings etwas besser erkennen. Die Socken sind 
schwarz und aus Baumwolle. Ich habe übrigens mittlerweile damit begonnen, sogar solche billigen Socken zu stopfen...


Das heutige Posting verlinke ich wieder beim März-Linkup der Modischen Matronen 
(Beate, Natalia und Tina) mit dem Thema Layering oder Lagenlook, außerdem bei 
Sunnys Um Kopf und Kragen sowie bei ihrem Schmuckkistl, bei Tinas Freitagsoutfit,
bei Sabines Aktion Outfit des Monats und bei Gustas Rezepte Linkparty.


Zum Schluss nochmal das kurze Des*gual-Kleid über meinem dunkelgrünen 2nd-Hand-Langarmshirt, dem 
dunkelbraunen Stufenrock und den braunen Leggings von oben.


Und nun, ihr Lieben, seid wieder ihr an der Reihe mit euren Themen, die die Welt ein
Stückerl besser machen: Am Ende dieses Posts könnt ihr eure eigenen Beiträge wie üblich bei ANL 
verlinken. Jede Menge Anregungen dazu findet ihr HIER - und zu den Spielregeln in Kurzform 
kommt ihr HIER. *)

*) Wenn ihr auf diese Links klickt, bekommt ihr übrigens auch eine Anleitung, wie das mit dem 
Linkup genau funktioniert (für alle, die es bisher nicht versucht oder geschafft haben). 

Habt keine Scheu, auch Ideen zu posten, die
 euch "klein" erscheinen - erzählt oder zeigt uns bitte jede Kleinigkeit, mit der ihr die Welt zu einem
besseren Platz macht bzw. die zu den Begriffen Achtsamkeit, Nachhaltigkeit, Lebensqualität passt.
Denkt daran: Jede gute Idee kann ansteckend wirken!

♥♥♥♥♥♥
Fotos: Herr und Frau Rostrose
Herzliche Rostrosengrüße
von eurer Traude
Rostrose auf Facebook und Rostrose auf Google +



Samstag, 11. März 2017

Namibia Teil 11 - Action-reicher "Löwentag" in Etosha

Moro, liebe Mitreisende!


Vielen Dank für eure lieben Kommentare zu meinem Drei-Ausflüge-Posting! Freut mich
sehr, dass ihr mit mir gern auch nähere Ziele besucht. Aber heute geht's wieder weiter weg -
nach Afrika. In diesem Sinne:

Willkommen zu meinem Namibia-Reisebericht - Willkommen zu Tag zwei im
 Etosha Nationalpark!

Am ersten Etosha-Tag bekamen wir, wie ihr ja aus meinem vorigen Reiseberichts-Kapitel
wisst, viele erwachsene Elefanten und auch eine Menge herziger Elefantenbabies zu sehen.
Deshalb ging der Tag 1 auch als "Elefantentag" in unsere persönliche Namibia-Geschichte ein.

Tag 2 hingegen wurde zu unserem "Löwen-Tag"! (Insgesamt sahen wir 12 Löwen an diesem Tag
 - angeblich ein großes, seltenes Glück! Und die meisten von ihnen konnten wir auch fotografieren.)

Und weil wir an diesem Tag ziemlich spektakuläre Szenen geboten bekamen (wobei auch sehr 
viele spektakuläre Aufnahmen entstanden) werde ich in meinem heutigen Post keine Fotos vom 
Swimming-Pool oder der schönen Bar in der Lodge und auch keine Outfit-Fotos zeigen. Die 
Tierbilder sind einfach interessanter - überzeugt euch selbst!


A short English summary of this post:
Day 2 at Etosha National Park became our "Lion Day"! And because we were able to observe quite 
spectacular scenes on this day (and to make a lot of spectacular photos), I will not show photos of the 
swimming pool or the nice bar in the lodge or any outfit photos in my post today. The animal images 
are simply more interesting - convince yourself!
Hugs, Traude




In der oberen Collage seht ihr u.a. unseren Guide dieses Tages - sein Name ist Lista, und im
Gegensatz zu unserem "namenlosen Guide" vom Vortag hat Lista seinen Beruf nicht verfehlt.
Er erklärte uns vieles, hielt an, wenn es etwas für Etosha-Besucher Interessantes zu sehen gab und
war glücklicherweise kein Raser - wie sich auch an den "No Hurry in Africa"-Aufklebern an seiner
Windschutzscheibe zeigte. An diesem Tag war es übrigens noch eine Spur heißer als am Tag
davor - eine mit uns im Jeep reisende Französin erzählte uns, dass das Thermometer bei ihrem
Hotel 43 Grad Celsius gezeigt hätte.



Drei schmausende Giraffen und ein paar Zebras waren die ersten Tiere, die wir
an diesem Tag zu Gesicht bekamen - und das nächste Tier war bereits ein Löwe:




Wie bei dem Löwen, den wir am Vortag gesehen hatten, handelte es sich auch hier um ein schon
älteres Exemplar, was man u.a. an seinem schwarzen Nasenspiegel erkennen kann. (Bei Junglöwen
sind die Nasen zumeist hellbraun oder fleischfarbig und werden im Lauf des Lebens immer dunkler.)
Außerdem sah er so aus, als hätte er schon einige Kämpfe hinter sich... Eine Zeitlang lag er dösend
unter seinem Busch, dann verspürte er offenbar den "Lockruf der Natur" und zog los, um sich zuerst
einmal zu "erleichtern", dann spazierte er gemächlich weiter zu einem Wasserloch.

Die Giraffe, die ihn dank ihres langen Halses schon eine Weile kommen gesehen hatte, erstarrte
sicherheitshalber. Sie stand so lange absolut reglos da, bis der Löwe beim Wasserloch ankam und
dort trank. Dann suchte sie (langsam, aber doch) das Weite...




In der Nähe eines anderen Wasserlochs sahen wir das einzige Rhinozeros unseres Etosha-
Aufenthaltes, ein so genanntes "Black Rhino", also Schwarzes Nashorn oder Spitzmaulnashorn,
das offensichtlich kurz zuvor ein "Bauch-Bad" genommen hatte 😉. Übrigens sind sowohl Black
Rhinos als auch White Rhinos schiefergrau. Die Namensgebung in englischer Sprache entstand
durch einen Hörfehler - das breite Maul ("wide" bzw. in Afrikaans wijd oder wyd) des
Breitmaulnashorns wurde akustisch mit weiß ("white") verwechselt. Wenn eines weiß ist, muss
das andere wohl schwarz sein, und schon hatten die Nashörner ihre falschen Namen weg.



Diesmal hatte zur Abwechslung Edi das kleinere "Reise"-Teleobjektiv - und ich das große...


Irreführende Namen sind allerdings das geringste Problem, das Rhinos haben - durch die angebliche
Heilkraft oder auch potenzsteigernde Wirkung, die ihrem zermahlenen Horn zugeschrieben wird,
gerieten Nashörner an den Rand der Ausrottung bzw. manche Unterarten sind in der Natur bereits
ausgestorben. (Mehr zum traurigen Thema könnt ihr u.a. in den Wikipedia-Kapiteln
Spitzmaulnashorn und Mensch sowie Gefährdung lesen.)

Laut WWF werden im Durchschnitt weltweit pro Tag drei Nashörner durch Wilderei getötet (und
jährlich 20.000 Elefanten). Mehr darüber HIER 😢 Kein Wunder also, dass eine Rhino-Sichtung -
laut Lista - selbst in einem Nationalpark wie Etosha zu den seltenen Glücksfällen zählt. [Verhältnis-
mäßig glücklich macht mich auch die aktuelle Nachricht vom WWF, dass die Nashorn-Wilderei
im vergangenen Jahr dank massiver Schutzmaßnahmen etwas zurückgegangen ist. Mehr darüber
HIER.]

 Springböcke, Zebras, Giraffen und die große (diesmal männliche) Gackeltrappe, die ihr in den
Collagen oben und unten sehen könnt, sind nicht ganz so selten und auch nicht so gefährdet wie
Rhinos, doch für uns Europäer in freier Wildbahn (und teilweise extrem nahe) ebenfalls ein
beeindruckender, erfreulicher, das Herz schneller klopfen machender Anblick.





 Besonders beeindruckend wurde es allerdings, als wir an diese fünf "Mädels" gerieten. Auch sie
waren uns sehr nahe - der Busch, unter dem sie sich ausruhten, war vielleicht 10, 15 Meter von der
Fahrbahn entfernt. Bedroht  oder gefährdet fühlten wir uns jedoch an allen drei Etosha-Tagen in
keinem einzigen Moment - trotz der bald folgenden Szenen! Wir waren einfach nur atemlos, in
den Bann geschlagen, voller Freude, etwas so Besonderes erleben (und fotografieren) zu dürfen!




Falls ihr mehr über unsere Kamera-Ausrüstung wissen wollt, könnt ihr HIER in einem älteren
Blogartikel einiges darüber erfahren und auch Vergleichsaufnahmen der beiden Teleobjektive
sehen.

Für übersichtliche Gesamtaufnahmen war das "normale" Tele, das Edi an diesem Tag benützte,
absolut ausreichend bzw. sogar besser geeignet als das andere. Mit dem großen Tele konnte man
dafür tolle Portraits machen. An sich hatte ich diesmal das große Teleobjektiv (und ich war sehr
glücklich darüber, wie ihr an einigen späteren Aufnahmen noch sehen werdet), doch weil ich die
jungen Löwinnen schon ein paarmal damit fotografiert hatte, fragte ich Edi zwischendurch, ob er es
auch mal haben wolle. Er machte damit gerade mal zwei Fotos, aber eins davon fanden wir beide
so toll, dass es mittlerweile die Wand in unserem Wohnzimmer ziert. Es trägt bei uns den Namen
"Freundinnen". Ihr seht es hier unten in groß:


 


Sind sie nicht wunderschön?
Zunächst wirkten die Löwinnen auf uns noch recht entspannt, auch wenn Lista meinte, dass
Gähnen (und dabei beachtliche Zähne zeigen) zu den Drohgebärden zählt. Und im Lauf der
Zeit wurden die jungen Damen immer "unrunder". Diese Gebärden galten jedoch keineswegs
uns Menschen,  ...

 


... sondern IHM:
 



Dieser - laut unserem Guide Lista noch relativ junge - Löwenmann befand sich auf dem Weg zu
einem Wasserloch. Anstatt dem Ruheplatz der fünf Löwinnen großräumig auszuweichen, hielt er
es offenbar für eine gute Idee, ihnen sehr nahe zu kommen. Wie unten zu erkennen ist, hielten die
weiblichen Löwen (die allesamt nicht "rollig" und somit auch keineswegs für einen Herrenbesuch
bereit waren) diese Idee für nicht annähernd so gut:




Oben seht ihr mit dem großen Tele hautnah die Aggression in den Mienen der Löwinnen,
unten seht ihr mit dem "Reise-Tele" wie nah der Löwe an die Mädels herankam. Eindeutig
zu nahe für den Geschmack der Löwenfrauen.


 


Unten könnt ihr drei Löwinnen fortrennen sehen. Sie suchen jedoch nicht das Weite, 
sondern formieren sich bereits, um den Löwenmann besser umzingeln zu können:


 


"Hau bloß ab!", scheint die Anführerin des Damenrudels zu sagen, und unten dann: "Welchen
Teil von 'Hau ab' hast du nicht verstanden?!?"




Zu diesem Zeitpunkt glühte mein "Abdrück-Finger" bereits - ich war hingerissen von
diesen Szenen! Und auch wenn es manchmal heißt, Fotografen sehen und erleben die Welt nicht
mehr, sie fotografieren sie nur noch - ihr könnt mir glauben: Ich war absolut und mit jeder Pore
dabei! 

Hier seht ihr, wie der Löwenmann immer mehr umzingelt wird. Und die Alpha-Dame zeigt
ihm ganz besonders beeindruckend, was sie von ihm hält. Die anderen Löwinnen präsentieren
 vor allem ihre scharfen Zähne, doch sie hat auch die Krallen ausgefahren:





 Als er schließlich aufgibt, bilden sie eine Kette, um ihm zu zeigen, dass er an ihnen nicht mehr 
vorbeikommt. Doch in diese Richtung will er ohnehin nicht. Er trottet in Richtung Wasserloch
davon...




Zuerst wirkt er ein bisschen wie ein begossener Pudel, doch dann findet er seine Contenance
wieder und präsentiert sich den Springböcken und Straußen, den Fotografen und der ganzen Welt
 mit stolzem Blick als der König der Tiere 😉


Hier erkennt man übrigens recht gut, dass der Nasenspiegel dieses Löwen heller ist als der des alten Löwen ganz oben.


Die Löwinnen kann er damit allerdings nicht beeindrucken. Sie zeigen einander, wie toll
sie den Ausgang des Konflikts finden und wie gut ihre Beziehung zueinander ist, dann kehren
sie der Szenerie den Rücken zu.




Und auch die Elefanten, der Schakal und die Strauße beim Wasserloch gönnen dem Löwen
keinen Blick mehr. Also fahren auch wir weiter, auf der Suche nach neuen Erlebnissen...




Kurze Zeit später entdeckte Lista in den Büschen eine weitere Löwin. Und es waren auch
Jungtiere dabei, die man aber zunächst kaum sehen, geschweigedenn fotografieren konnte.




Durch das Gestrüpp im Vordergrund war es sowieso sehr schwierig, hier scharfe Bilder
zustande zu bringen. Doch als sich die Löwenmutter ein paar Meter von ihren Kindern weg
bewegte, bekamen wir einen besseren Blick auf die Kleinen. Ich wünsche ihnen, dass sie ein
langes, freies, stolzes, gesundes Löwenleben führen können und eines Tages, wenn es so weit
ist, weiteren Nachwuchs in die Welt setzen. Damit es auch in den folgenden Generationen
noch eine Welt MIT diesen wunderbaren Tieren gibt!

  
 

Wunderschön auch der Große Kudu mit seinem prachtvollen Gehörn, die zierlichen
Springböcke und die so markant gestreiften Steppenzebras.




Aber glaubt bloß nicht, dass es nach diesen friedlichen Fress-Szenen mit den Kämpfen
schon vorbei war - denn schaut nur, wie wild es bei den Oryx-Antilopen zuging! Die Mutter mit
ihrem Jungtier war zwar ganz gemächlich unterwegs, aber gleich daneben fingen zuerst zwei
junge männliche Tiere zu raufen an, dann kamen noch zwei weitere Burschen hinzu. In diesem
Fall schien es jedoch nicht wirklich um etwas zu gehen - die Jungtiere müssen ihre Kräfte
einfach aneinander erproben, um später für den Ernstfall - sprich, wenn es um ein Revier oder
um Weibchen geht - gerüstet zu sein.



Kurz bevor wir Etosha verließen, sahen wir noch eine Straußendame mit vielen Jungen -
wobei die Kleinen oft nicht von einer einzelnen Mutter stammen, sondern in einer
Art "Kindergarten" unterwegs sind:




Doch die Straußenvögel waren nicht die letzten Wildtiere, die wir an diesem Tag sahen - am Ende
erwartete uns nämlich noch eine riesengroße (im wahrsten Sinn des Wortes) Überraschung! Denn
als wir uns nach der Safari frisch gemacht hatten und zum Abendessen aufbrachen, kam uns mitten
im Lodge-Gelände auf dem Fußgängerweg eine Giraffe entgegen! Ganz leise und andächtig,
staunend und begeistert holten wir das Handy hervor um sie zu fotografieren, und dann machten
wir einen kleinen Umweg zum Restaurant, um die Giraffe auf ihrem weiteren Weg nicht zu stören.




Ich danke euch sehr, dass ihr auch heute mit dabei gewesen seid und hoffe, euch hat diese
Fotosafari wieder gut gefallen! Auch für eure zahlreichen lieben Kommentare zu meinem vorigen
Post danke ich euch sehr!

Ich verlinke dieses Posting wegen der erhaltenswerten Natur ab 15.3. bei ANL. Für diejenigen
unter euch, die hier und jetzt einen Beitrag zur Erhaltung von Natur und zur Rettung bedrohter Arten
leisten wollen, habe ich unten wieder einige Petitionen angehängt. In meinem vorangegangenen 
Namibia-Post findet ihr ebenfalls noch Petitionen, die sich vor allem auf die Rettung der Elefanten
beziehen - diese sind nach wie vor aktuell, wer sie noch nicht unterschrieben hat, kann das auch jetzt
noch tun! Heute kommt hier abermals die Petition zur Rettung der Löwen sowie einige "gemischte"
Unterschriftenaktionen!



Fotos: Herr und Frau Rostrose
Alles Liebe von eurer reiselustigen
Traude



PS:
Hier geht's zu den oben angekündigten Unterschriftenlisten:

  • Vor 40 Jahren streiften noch 200.000 Löwen durch Afrika, bis heute ist die Population auf kaum mehr als 20.000 eingebrochen. Bitte unterschreibt diese Petition, und setzt euch für einen besseren Schutz dieser wunderbaren Tiere ein!

Ein Löwenbaby kuschelt mit seiner Mutter
Bildquelle KLICK

  • Das Schutzgebiet Leuser-Ökosystem auf Sumatra ist weltweit einzigartig: Nur dort leben Orang Utan, Tiger, Elefant und Nashorn, die vom Aussterben bedrohten großen Säugetiere, zusammen. Abholzung, Plantagen, Bergbau und Straßen zerstören das Leuser-Ökosystem seit Jahren, obwohl es laut Gesetz geschützt ist. Umso schlimmer, dass ein neues Gesetz den Schutzstatus ignoriert. Damit würde weitere Zerstörung legal. Zur Petition geht es HIER.


  •  Dichter Wald mit über 1000 Jahre alten Bäumen, Gras- und Sumpflandschaften, eine (bisher) von Menschen unberührte Wildnis, ein Paradies für Tiere. Selous, im Süden Tansanias gelegen, ist seit 1982 ein UNESCO Weltnaturerbe. Elefanten, Giraffen, Löwen, Leoparden, Flusspferde, Spitzmaulnashörner und viele andere Arten haben hier ihre Heimat. Doch die Idylle wird gerade zerstört - durch Wilderei sowie die Planung von Bohrtürmen, einer Uranmine und einem riesigen Staudamm!!! Unterschreibt bitte diese Petition.
© Michael Poliza / WWF Deutschland
Bildquelle KLICK

  • Auch europäische Wildtiere sind in Gefahr: Die Regierung von Slowenien hat gerade angekündigt, dass sie im Jahr 2017 die Tötung von 10 Wölfen aus einer geschätzten Gesamtpopulation von weniger als 50 Tieren erlauben wird. Und das, obwohl die Forschung aus dem EU-finanzierten SloWolf-Projekt zeigte, dass ein solches Töten das Wolfsrudel zerbricht und zu mehr Angriffen auf Viehbestand führt (weil einzelne Wölfe nicht in der Lage sind, Hirsche und andere Wildtiere effektiv zu jagen). Die Regierung behauptet, dass sie den Experten zuhört, aber es scheint, dass die Jagd-Lobby hier einen großen Einfluss hat. (Auch durch die Tatsache, dass dieses Jahr 113 Braunbären ebenfalls getötet oder "entfernt" werden sollen). Der Wolf ist eine geschützte Art in Slowenien. Die Tötungs-Entscheidung sollte sofort aufgegeben werden. HIER geht's zur Petition (in englischer Sprache, aber für Menschen jeder Sprache und Nationalität zu unterschreiben.)
Bildquelle KLICK



Klicks zu den einzelnen Kapiteln des Reiseberichtes (wird regelmäßig aktualisiert):
Einleitung - Out of Africa
Namibia Teil 2 - Kalahari-Sundowner
Namibia Teil 3 - Von der Kalahari in die Namib  
Namibia Teil 4 - Die Dünen beim Sossusvlei und Deadvlei
Namibia Teil 5 - Solitaire und Swakopmund